Die Reform der Grundsteuer – was erwartet uns?

Die Grundsteuer soll reformiert werden. Weil die geplanten Reformen aber enorme Auswirkungen auf den Immobilienmarkt haben können, soll im Folgenden kurz der aktuelle Stand der Dinge skizziert werden, damit Sie beim Thema Immobilien und Grundsteuer den Überblick behalten.

Am Freitag den 03.02.2019 ist es den Beteiligten um Olaf Scholz gelungen, sich zumindest auf die Eckpunkte einer neuen Grundsteuerreform zu einigen – mit Ausnahme Bayerns.

Der Grund für diese spontane Umtriebigkeit in Sachen Grundsteuerreform liegt in einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts begründet. Bei der mit 14 Milliarden an kumulierten Einnahmen drittwichtigsten Steuer der Gemeinden handelt es sich nämlich nach Meinung des Gerichts um ein völlig veraltetes System, die Einheitswerte seien seit 1964 nicht mehr aktualisiert worden und verstoßen somit gegen den allgemeinen Gleichheitssatz im Grundgesetz. Somit ist es nun Aufgabe der Politik, bis Ende dieses Jahres eine Neuregelung der Berechnung auf die Beine zu stellen.

Die neue Berechnung, welche Thema der Verhandlungen vom Freitag gewesen ist, soll sich dabei aus drei verschiedenen Punkten zusammensetzen: Mieten, Bodenrichtwerte und Alter des Objekts.

Bei der Miete soll die durchschnittliche Nettokaltmiete als Berechnungsgrundlage dienen, die Informationen hierfür stammen aus der Datensammlung des Mikrozensus. (stark unter- bzw. überdurchschnittliche Mieten, sowie fehlende Werte für die Berechnungsgrundlage bilden hier die Ausnahme)

Der Bodenrichtwert orientiert sich an Verkäufen in der näheren Umgebung und ist schon jetzt Bundesweit unter dem Namen „BORIS“ einsehbar. Diese bereits vorhandenen Bodenrichtwertzonen können dann zu sogenannten „Lagen“ zusammengeschlossen werden.

Den Gemeinden steht als korrektives Element ein Hebesatz zur Verfügung, mit dem sie die Höhe der Kosten in einem gewissen Umfang selbständig regulieren können.

Die Nachteile der Reform liegen in dem hohen Bürokratischen Aufwand und der Sorge der Mieter begründet, welche die Grundsteuer über die Nebenkosten bezahlen, denn diese steigen gerade deutlich, insbesondere in Großstädten.